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Ratgeber

5 häufigste Anfängerfehler bei Springspinnen

Lesezeit: 5 Minuten

Springspinnen gelten zu Recht als anfängerfreundlich – trotzdem schleichen sich gerade am Anfang immer wieder dieselben Fehler ein. Fast alle entstehen aus guter Absicht: zu viel sprühen, zu groß einrichten, zu oft anfassen. Hier findest du die fünf häufigsten Fehler bei Phidippus regius, jeweils mit der Erklärung, warum sie ein Problem sind und wie du sie vermeidest – dazu die kleineren Stolperfallen, die oft dazukommen.

5 häufigste Anfängerfehler bei Springspinnen

Fehler 1: Zu feuchtes Substrat bei schlechter Belüftung

Der mit Abstand häufigste Fehler. Nässe und Luftstau ergeben zusammen Schimmel, und Schimmel ist im kleinen Terrarium ein ernstes Gesundheitsrisiko.

Das Problem entsteht meist aus guter Absicht. Man liest, dass Springspinnen Luftfeuchtigkeit brauchen, und sprüht deshalb reichlich. Richtig ist einmal täglich fein an Scheiben und Einrichtung, nie direkt auf das Tier und nie so viel, dass das Substrat dauerhaft nass bleibt.

Genauso wichtig ist die Belüftung. Ein Terrarium mit feiner Belüftung trocknet zwischen den Sprühgängen wieder ab, ein dicht verschlossener Behälter ohne Luftaustausch tut das nicht.

So vermeidest du ihn: einmal täglich fein sprühen, das Substrat leicht feucht statt nass halten, ein Hygrometer aufstellen und Schimmelstellen großzügig austauschen.

Fehler 2: Zu großes Terrarium für Jungtiere

Ein Jungtier mit 2 bis 3 Millimetern verliert sich in einem großen Behälter. Es findet Beute schlechter, verbraucht mehr Energie und steht dauerhaft unter Stress.

Umgekehrt ist ein zu kleiner Behälter für ein ausgewachsenes Tier genauso falsch. Die Lösung ist, die Unterkunft mitwachsen zu lassen: kleine Tiere in einem kleinen, sicher verschlossenen und fein belüfteten Behälter, ab etwa FH4 bis FH5 der Umzug ins richtige Terrarium.

Beim Terrarium zählt Höhe mehr als Fläche. Rund 20 Zentimeter Höhe genügen, denn Springspinnen leben oben und legen ihr Nest weit oben an. Ein flaches, breites Becken nützt ihnen wenig.

So vermeidest du ihn: die Unterkunft zur Größe des Tieres passend wählen und beim Terrarium auf Höhe statt Grundfläche achten.

Fehler 3: Zu häufiges Handling

Handling ist für den Menschen ein netter Bonus, für die Spinne nicht. Jedes Herausnehmen bedeutet Stress, und ein Sturz aus der Hand kann bei prall gefressenem Hinterleib ernst enden.

Das heißt nicht, dass Kontakt verboten ist. Viele Phidippus regius laufen freiwillig auf die Hand, wenn man sie lässt. Der Unterschied liegt darin, ob das Tier selbst entscheidet oder ob es gegriffen wird.

Nicht anfassen solltest du eine Spinne, die sich ins Nest zurückgezogen hat, die kurz vor oder nach einer Häutung steht oder die gerade frisst.

So vermeidest du ihn: selten, tief über einer weichen Fläche und nur bei einem aktiven, satten Tier.

Fehler 4: Zu große Beutetiere

Zu große oder wehrhafte Beute wird nicht gefressen, sondern gefährlich. Die Faustregel lautet: höchstens halb so groß wie die Spinne.

Dazu gehört, das Futter zur Größe zu wählen. FH1 und FH2 bekommen flugunfähige Fruchtfliegen. FH3 und FH4 größere Fruchtfliegen der Art Drosophila hydei, kleine Stubenfliegen oder Mikroheimchen. FH5 und FH6 kleine Heimchen, Schaben oder Fliegen.

Der zweite Teil dieses Fehlers ist, Futterreste liegen zu lassen. Was nach einem Tag nicht gefressen wurde, muss heraus: Heimchen knabbern an häutenden Spinnen.

So vermeidest du ihn: kleinere Beute anbieten, einzeln füttern und Reste nach einem Tag entfernen.

Fehler 5: Heizmatte oder Lampe am Terrarium

Heizmatten und Lampen sind bei Springspinnen nicht nur unnötig, sie sind riskant. Ein kleines Terrarium heizt sich komplett auf, und dann hat das Tier keine Möglichkeit mehr, der Wärme auszuweichen. Zusätzlich trocknet die Luft aus.

Phidippus regius kommt mit normaler Zimmertemperatur zwischen 20 und 26 Grad bestens zurecht. Mehr braucht es nicht.

Auch der Standort gehört dazu: nicht in die pralle Sonne auf die Fensterbank, nicht über die Heizung und nicht in den Zug eines gekippten Fensters.

So vermeidest du ihn: keine Heizmatte, keine Lampe, ein ruhiger Platz im Zimmer und ein Hygrometer zur Kontrolle.

Weitere Fehler, die oft dazukommen

Zwei Tiere zusammensetzen. Springspinnen werden immer einzeln gehalten. Eine gemeinsame Haltung endet regelmäßig damit, dass nur noch ein Tier übrig ist.

Insekten aus dem Garten verfüttern. Wildinsekten können Pflanzenschutzmittel, Parasiten und Krankheitserreger mitbringen. Futtertiere kommen aus dem Fachhandel oder aus eigener Zucht.

Das Häutungsnest öffnen. Wenn die Spinne tagelang nicht frisst und sich eingesponnen hat, steht eine Häutung an. Dann bleibt das Terrarium zu, und auf das Nest wird auch nicht gesprüht.

Direkt auf das Tier sprühen. Gesprüht wird an Scheiben und Einrichtung, nie auf die Spinne selbst.

Zu früh beunruhigt sein. Ein Tier, das sich zurückzieht und mehrere Tage nichts frisst, ist in den allermeisten Fällen völlig gesund.

So sieht eine sinnvolle Einrichtung aus

Ein gutes Springspinnen-Terrarium ist eher hoch als breit, rund 20 Zentimeter reichen. Acryl ist praktischer als Glas: leichter, bruchsicherer und angenehmer zu handhaben. Wichtig sind ein sicherer Verschluss und eine feine Belüftung, durch die kein Futtertier entkommt.

Hinein kommen ein Substrat, das Feuchtigkeit hält ohne zu vernässen, eine Mopani-Wurzel oder ein Kletterholz als Struktur, etwas Naturmoos und ein paar Moossteine. Das genügt.

Was nicht hineingehört: scharfkantige Deko, tiefe Wasserschalen und alles, was sich bei Feuchtigkeit vollsaugt und anfängt zu schimmeln.

Ein Hygrometer ist dabei das nützlichste Zubehör überhaupt, weil es aus einer Vermutung eine Zahl macht.

Fehler, die schon vor dem Einzug passieren

Viele Probleme entstehen beim Kauf. Ein Tier, das teilnahmslos wirkt, einen eingefallenen Hinterleib hat oder Beine vermissen lässt, ist kein guter Start.

Frag nach der Größe in Fresshäutungen. FH1 und FH2 sind sehr kleine Tiere, die alle zwei Tage gefüttert werden wollen. Wer entspannt einsteigen möchte, fährt mit einem etwas größeren Tier leichter.

Kläre außerdem, ob das Terrarium fertig eingerichtet ist, bevor das Tier ankommt. Ein Umzug in einen erst halb fertigen Behälter ist unnötiger Stress.

Beim Versand gilt: nur innerhalb Deutschlands, das ganze Jahr über – im Winter mit Wärmepack, das das Paket warm hält.

Häufige Fragen

Sind Springspinnen wirklich für Anfänger geeignet?

Ja. Phidippus regius ist unkompliziert, solange Luftfeuchtigkeit, Futtergröße und Ruhe stimmen. Die meisten Probleme entstehen durch zu viel Betreuung, nicht durch zu wenig.

Woran merke ich, dass etwas nicht stimmt?

Ein dauerhaft eingefallener Hinterleib, ein taumelnder Gang, Schimmel im Behälter oder ein Tier, das ständig an der Scheibe entlangläuft und keinen Ruheplatz findet, sind Warnzeichen. Prüfe dann zuerst Feuchtigkeit, Temperatur und Belüftung.

Muss ich das Terrarium regelmäßig komplett reinigen?

Nein. Entferne Futterreste punktuell und tausche Substrat aus, wenn es verbraucht wirkt oder Schimmel zeigt. Ein kompletter Umbau stört mehr, als er nützt.

Wie lange lebt eine Springspinne?

Weibchen erreichen zwei bis drei Jahre, Männchen bleiben deutlich darunter.

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